Das Reel war vier Tage online, dann stand das in den Kommentaren:
„Wann kann ich anfangen, seit 48 Jahren in Bäckereien und Konditoreien tätig!!!!“
Geschrieben unter einem 40-Sekunden-Video, in dem eine Filialleiterin erzählt, was sie den ganzen Tag macht. Nicht über ein Bewerbungsportal, nicht über eine Stellenanzeige.
Das Video steht inzwischen bei 39.000 Aufrufen, bei rund 15.400 Followern.
Wir produzieren für Schäfer Dein Bäcker seit Juni jeden Monat vier solche Clips. Vier Monate reichen, um mal nachzurechnen, was dabei rauskommt.
Worum es hier geht
Schäfer Dein Bäcker ist eine Familienbäckerei aus Limburg, gegründet 1920, Stand Oktober 2026 mit über 240 Filialen und über 2.000 Mitarbeiter, von Köln im Nordern bis in den Raum Mannheim im Süden.
Der gemeinsame Ablauf ist jeden Monat derselbe:
- Kickoff am zweiten Montag
- Dreh am ersten Donnerstag, ein Tag, Film und Foto parallel
- Erste Schnittfassung am dritten Donnerstag
- Fertig zum Monatsende
Raus kommen vier Kurzvideos zwischen 30 und 40 Sekunden, jeweils in 9:16 und 16:9, mit Intro und Outro. Dazu Thumbnails in drei Formaten und eine Fotoauswahl im einheitlichen Look.
Feste Reihen geben dem Ganzen einen Rahmen: zwei Folgen „Wusstest du schon?“, ein Thema mit aktuellem Anlass, ein flexibler Spot für alles, was gerade ansteht. Das alles aus einem Drehtag im Monat.
Die Zahlen
Wir haben uns angeschaut, was unsere Filme zwischen dem 11. Juni und dem 25. August auf Instagram gemacht haben. Nur unsere, auf dem Kanal laufen daneben Kooperationen und Inhalte, die Schäfer selbst produziert. Alle Zahlen sind die öffentlich sichtbaren Aufrufzahlen, die Instagram unter jedem Reel anzeigt, abgelesen am im September 2026.

Zusammen 89.735 Aufrufe aus acht Videos, im Schnitt gut 11.200 pro Stück. Das sind rund drei Viertel der Followerzahl, und zwar bei jedem einzelnen Clip.
Dieselben Filme laufen parallel auf Facebook und YouTube. Allein die fünf jüngsten Folgen haben auf Facebook noch mal 34.361 Aufrufe eingesammelt, die YouTube Shorts kommen auf gut 6.000. Dazu die Kanäle, die sich von außen gar nicht messen lassen: die Schäfer-App, die Freestander vor den Filialen, die Bildschirme im Verkaufsraum, die Homepage.
Unterm Strich über 130.000 messbare Aufrufe aus drei Drehtagen.

Der Monat, in dem nichts passiert ist
Am 5. August ging die erste Azubi-Challenge online. 1.000 Gramm Teig abwiegen, ohne Waage. Ehrlich gesagt hatten wir bei dem Format damit gerechnet, dass es richtig geil läuft.
Das Ergebnis: 523 Aufrufe.
Kein Tippfehler. Der Algorithmus hat es nicht ausgespielt, warum, weiß niemand. Auf Facebook liefen immerhin 903 Aufrufe, auf YouTube 1.373, auf Instagram passierte nichts.
Dreizehn Tage später ging die zweite Folge derselben Reihe online: Einstrangzopf flechten, auf Zeit, mit vier Azubis und ihrer Ausbilderin. 16.000 Aufrufe.
Das ist für uns das stärkste Argument für den monatlichen Rhythmus. Wer einmal im Jahr einen Film produziert und der zündet nicht, hat für dieses Jahr nichts mehr in der Hand. Bei vier Videos im Monat ist ein Ausreißer nach unten einfach eine Information mehr über die Zielgruppe, und in zwei Wochen kommt der nächste Versuch. Wir haben die Reihe behalten und nur am Format geschraubt.

Was in den Kommentaren steht
An den Aufrufen siehst du, dass ein Video ausgespielt wurde. Ob jemand wirklich hingeschaut hat, siehst du erst darunter.
Unter der Zopf-Challenge stand am Ende die Frage, welcher Zopf am besten gefällt. Die Antworten:
„Duong und Daniela 😍“
„Ich finde den von Daniela und Miriam richtig gut👏“
„Malena und Miriam“
„huong“
Vier Leute, die sich ein 40-Sekunden-Video so genau angesehen haben, dass sie einzelne Azubis beim Namen nennen konnten. Das kriegst du mit einer Anzeige nicht hin.
Unter dem Filialleitungs-Reel wurde es dann konkret:
„Wie sympathisch kann man sein 🙏❤️“ (9 Likes)
„So eine Filialleitung kann man sich sicher wünschen. Super sympathisch“
"Wann kann ich anfangen, seit 48 Jahren in Bäckereien und Konditoreien tätig!!!!“
Und dann kam der Kommentar, mit dem wir am wenigsten gerechnet hatten. Er ist von Sadiye selbst, der Filialleiterin aus dem Film:
„Danke, dass ich Teil dieses Projekts sein durfte. Es war eine schöne Erfahrung, über meinen Beruf und meine Aufgaben sprechen zu können.“
Ein Recruitingfilm entsteht für Leute, die einen Job suchen. Dass sich die Kollegin, die darin vorkommt, hinterher öffentlich bedankt, war ein Nebeneffekt, den wir vorher nicht auf dem Zettel hatten.

Beim Recruiting-Clip für die Fachverkauf-Ausbildung schrieb jemand aus der Branche schlicht: „Perfekter Clip, gutes Marketing.“
Und die Kommentare, die keiner sich wünscht
Es kommen nicht nur Herzchen. Unter den Videos landen Rückfragen zu Sortiment, Öffnungszeiten und Filialen, und ab und zu echte Kritik.
„Wann kommt endlich das Tiroler Brot zurück???“„Bietet ihr auch Backstuben-Führungen?“„In welchem Ort gibt es dieses leckere Frühstück?“
Für solche Rückmeldungen zahlen andere Unternehmen eine Marktforschung. Wer regelmäßig postet, hat einen offenen Kanal zu seinen Kunden, auch wenn die gerade unzufrieden sind. Wer einmal im Jahr etwas veröffentlicht, hört das nie.
Und manchmal meldet sich jemand, an den man gar nicht gedacht hat. Unter der Nachhaltigkeits-Folge kommentierte die Zertifizierungsstelle selbst:
„Ein ‚Greenbaker‘ der ersten Stunde und einer, der sich nicht nach seiner Erstzertifizierung ausgeruht hat, sondern permanent die unternehmerische Nachhaltigkeit weitergestaltet – Chapeau zu dieser starken Leistung“
Ein Drehtag, fünf Ausspielwege
Wirtschaftlich interessant wird das Ganze erst durch die Verwertung. Jeder Clip entsteht in zwei Seitenverhältnissen und wird an fünf Stellen ausgespielt:
- 9:16 für Instagram, Facebook, TikTok, YouTube Shorts
- 9:16 für die Freestander vor den Filialen
- 16:9 für die Homepage
- 1:1-Thumbnail in der Schäfer-App, das direkt aufs Instagram-Reel führt
Dazu die Fotos aus demselben Tag, die für Anzeigen, Stellenausschreibungen und die Website weiterlaufen.
Wer das Reel morgens in der Filiale auf dem Bildschirm sieht, ist mit ziemlicher Sicherheit nicht dieselbe Person, die es abends auf Instagram sieht. Beide Kontakte kosten aber nur einmal Produktion. Aus acht Stunden Drehtag kommt Material für einen ganzen Monat.
Warum das nur mit Vorbereitung funktioniert
Ein Drehtag im Monat hört sich nach wenig an. Der Aufwand steckt drumherum.
Vor jedem Termin steht ein Kickoff mit dem Kunden, dann die Skripte für vier Clips, die Abstimmung, Technikbuchung, Wetter-Check, ein Call kurz vor der Produktion. Im Anschluss laufen drei Schnittfassungen durch die Abnahme, parallel dazu Fotoauswahl, Look und Retusche.
Und es gibt Dinge, die man erst nach ein paar Monaten weiß. Produktaufnahmen gehören zum Beispiel an den Anfang des Tages, weil die Theke nachmittags leer aussieht. Oder dass wir bei Fotos in Filialen grundsätzlich CTO-Folien mitnehmen, weil die Blitze sonst zu blau werden.
Solche Sachen stehen bei uns inzwischen im Kunden-Playbook. Deshalb sieht ein Drehtag, der zwölfmal im Jahr stattfindet, mit jedem Mal lockerer aus.
Was du daraus mitnehmen kannst
Falls du gerade überlegst, ob monatlicher Content für dich Sinn ergibt: Das sind die Sachen, die wir bei Schäfer gelernt haben.
- Feste Reihen funktionieren besser als Einzelvideos. „Wusstest du schon?“ läuft, weil Leute die nächste Folge erwarten.
- Ein schwacher Monat tut nicht weh, solange der nächste kommt. Einen Ausreißer kann sich nur leisten, wer regelmäßig postet.
- Die eigenen Leute sind das beste Motiv. Der stärkste Clip der letzten Monate war keine Produktaufnahme, sondern eine Filialleiterin, die über ihren Job spricht.
- Und die Wiedererkennung zahlt sich aus. Gleiche Bildsprache, gleicher Störer, gleiche Machart: Nach vier Monaten erkennen Leute im Feed, von wem das kommt, bevor sie den Namen lesen.
Was du dafür brauchst, ist ein Rhythmus, an den sich alle halten, und jemand, der einen Drehtag so plant, dass am Ende vier fertige Clips rauskommen statt vier angefangener.
Wie sich das aus Kundensicht anfühlt, haben wir in einer Customer Story mit Sophia Schäfer festgehalten, die die Zusammenarbeit auf Schäfer-Seite verantwortet. Ihr Satz daraus:
"Bei euch fühlen wir uns perfekt betreut."
Alle Filme aus dem Paket findest du auf der Referenzseite zur Schäfer Content Produktion.
Und wenn du wissen willst, in welchem Rahmen so ein monatliches Paket für dein Unternehmen liegt: Lass uns sprechen. Dauert 20 Minuten und kostet nichts. 😉
Alle Zahlen aus den öffentlich sichtbaren Instagram-, Facebook- und YouTube-Kanälen von Schäfer Dein Bäcker, Stand September 2026.
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