13.07.2026
•
7 min.

Erklärvideo 2026: Formate, Planung, Barrierefreiheit

Ein Erklärvideo ist ein kurzes Video, das ein Produkt, einen Prozess oder eine Idee so erklärt, dass du es schnell verstehst. Es kombiniert meist Bild, Text, Sprecherstimme und Animation oder Realfilm.

2026 sind Erklärvideos besonders relevant, weil Informationen heute oft mobil, ohne Ton und in kurzer Zeit aufgenommen werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit, etwa durch konsequenteren Einsatz von Untertiteln und klarer Struktur. Auch Produktionsprozesse verändern sich, weil Teams stärker modular arbeiten und KI-Tools für Entwurf und Varianten nutzen, aber weiterhin redaktionell prüfen müssen.

  • Ein Erklärvideo beantwortet eine konkrete Frage, nicht alles auf einmal.
  • Format und Stil (Realfilm, 2D, 3D, Screencast) hängen vom Inhalt ab.
  • Gute Skripte sind kürzer als du denkst, dafür präziser.
  • Untertitel und Versionen für verschiedene Kanäle sind heute Standard.
  • Du planst es am besten wie ein kleines Projekt mit klaren Abnahmen und festen Deliverables.

Was ist ein Erklärvideo und wofür wird es genutzt?

Ein Erklärvideo übersetzt Komplexität in eine nachvollziehbare Abfolge. Typisch sind 45 bis 120 Sekunden, weil du damit ein Thema in einem Durchlauf erfassen kannst, ohne dass die Aufmerksamkeit stark abfällt. Die Wyzowl-Studie „State of Video Marketing 2025“ berichtet, dass 91 Prozent der befragten Unternehmen Video einsetzen und 88 Prozent einen positiven ROI angeben. Das erklärt, warum Erklärvideos in Marketing, Support und interner Kommunikation weiterhin zum Standard gehören.

Du nutzt Erklärvideos oft in drei Situationen. Erstens, wenn ein Angebot erklärungsbedürftig ist (Software, Technik, Dienstleistungen). Zweitens, wenn Prozesse konsistent ablaufen sollen (Onboarding, Sicherheit, Schulung). Drittens, wenn du häufig dieselben Fragen beantwortest und eine stabile, wiederverwendbare Antwort brauchst.

Welche Formate sind 2026 üblich?

In der Praxis siehst du vier Hauptformen. 2D-Animation eignet sich, wenn du Abläufe abstrahieren willst und keine echten Drehorte brauchst. 3D-Animation hilft, wenn du Produkte von innen zeigen musst oder Varianten zeigen willst, die du nicht filmen kannst. Realfilm funktioniert gut, wenn Vertrauen und echte Menschen im Vordergrund stehen, etwa bei Recruiting oder Interviews. Screencasts passen, wenn du eine Softwareoberfläche Schritt für Schritt zeigst.

Ein klarer Trend seit Ende 2025 ist „Silent-first“. Viele schauen mobil ohne Ton, deshalb werden Untertitel, Texteinblendungen und klare Visuals wichtiger. Dazu kommt modularer Content, also ein Master-Video plus kurze Ableitungen für unterschiedliche Kanäle. Das spart Zeit, wenn du Updates oder neue Versionen brauchst.

Welche Anforderungen kommen durch Barrierefreiheit und Regulierung?

Barrierefreiheit ist nicht mehr nur ein Nice-to-have. In vielen digitalen Kontexten werden Untertitel, ausreichende Kontraste bei Texteinblendungen und verständliche Sprache zunehmend erwartet. Wenn du im öffentlichen Umfeld, bei großen Organisationen oder in regulierten Branchen arbeitest, solltest du Barrierefreiheit früh mitdenken, weil Nachbesserungen teuer werden. Dazu passt ein weiterer Trend 2026: Mehrsprachige Versionen entstehen häufiger parallel, nicht nacheinander, damit die Botschaft konsistent bleibt.

Wie planst du ein Erklärvideo Schritt für Schritt?

Wenn du es sauber aufsetzt, vermeidest du die typischen Schleifen in der Abstimmung. Wir arbeiten seit 2012 als Medienagentur mit Film, Foto, Grafik und Animation und fahren Projekte deshalb bewusst in festen Phasen, inklusive klarer Abnahmen. Das ist kein Selbstzweck, sondern reduziert Reibung, weil du immer weißt, was als Nächstes entschieden werden muss.

  1. Ziel und Zielgruppe festlegen: Eine Kernfrage, eine Zielperson, ein gewünschter nächster Schritt.
  2. Kernbotschaft formulieren: Ein Satz, den du nach dem Video behalten willst.
  3. Skript schreiben: 120 Sekunden entsprechen grob 240 bis 300 Wörtern Sprechertext, abhängig vom Tempo.
  4. Storyboard und Stilframes: Erst Logik und Bildidee prüfen, dann Details ausarbeiten.
  5. Produktion: Dreh oder Animation, plus Sprecher und Sounddesign.
  6. Postproduktion und Versionen: Untertitel, Formate (16:9, 1:1, 9:16), Sprachfassungen.
  7. Abnahme und Ausspielung: Klare Feedbackregeln, feste Exportliste, saubere Dateibenennung.

Welche praktischen Qualitätskriterien helfen dir sofort?

Du erkennst ein gutes Erklärvideo an wenigen Punkten. Es startet schnell, idealerweise innerhalb der ersten 5 bis 8 Sekunden mit Problem und Nutzen. Es nutzt ein konsistentes visuelles System (Farben, Typo, Icon-Stil), damit dein Kopf nicht ständig umschalten muss. Und es bleibt ehrlich, also keine überladenen Versprechen, sondern ein nachvollziehbarer Ablauf.

Plane Untertitel als Standard ein, nicht als Zusatz. Wenn du mit KI-gestützten Workflows arbeitest, zum Beispiel für erste Skriptvarianten oder Sprachentwürfe, sichere Rechte und prüfe Inhalte redaktionell. 2026 erwarten viele Teams außerdem kurze Update-Zyklen. Deshalb lohnt es sich, Textlayer und Grafikelemente so anzulegen, dass du sie später ohne Komplettumbau ändern kannst.

Wie sieht das in typischen Alltagsszenarien aus?

Software-Feature erklären: Du baust ein 60 bis 90 Sekunden Video, das ein konkretes Problem zeigt, dann drei Schritte in der Oberfläche. Ergänzend lieferst du einen 20 Sekunden Clip für In-App-Hilfe. Teams berichten in Support-Kontexten oft, dass kurze How-to-Videos Tickets reduzieren, weil Standardfragen wegfallen.

Technisches Produkt darstellen: Du kombinierst Realfilm für Kontext (Anwendung, Umgebung) mit 3D-Sequenzen für Innenleben und Varianten. Damit sparst du wiederholte Drehs, wenn sich Details am Produkt ändern.

Onboarding und interne Prozesse: Du setzt mehrere kurze Module um, jeweils 45 bis 75 Sekunden. So kann dein Team gezielt nachschlagen, statt ein langes Video zu suchen. Wenn du neue Mitarbeitende regelmäßig einarbeitest, amortisiert sich die Standardisierung besonders schnell.

Ein Erklärvideo funktioniert dann gut, wenn du eine klare Frage beantwortest, das passende Format wählst und die Ausspielung gleich mitplanst. 2026 zählen Silent-first-Design, Untertitel, modulare Versionen und ein strukturierter Ablauf zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Wenn du das Projekt in Phasen mit klaren Abnahmen organisierst, hältst du Aufwand und Feedbackschleifen im Rahmen und bekommst ein Ergebnis, das du langfristig nutzen und pflegen kannst.


Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) recherchiert und entworfen. Der Inhalt wurde anschließend von unserer Redaktion geprüft, überarbeitet und freigegeben.

Artikel teilen: